Pflegen eines naturnahen Garten, Naturgartenpflege Pflege im naturnahen Garten heisst entspannt bleiben

Einen Naturgarten pflegen

 

Der Naturgarten ist ein recht pflegeleichter Garten. Beim Pflegen eines naturnahen Gartens hat man im Gesamten weniger Arbeit, als bei der Gartenpflege im reinen Ziergarten, jedoch sollte man mehr Ahnung haben, was man tut.

 

Unkraut jäten fällt im Naturgarten wenig an, da sich nach und nach eine artenreiche Pflanzengesellschaft einstellt, die sich selber reguliert und Bodenvitalität fördert.

 

Wenn in Gärten die weit verbreiteten Unkräuter wie Hahnenfuß, Giersch, Ackerwinde oder Quecken massenhaft wuchern, ist dies meist ein Zeichen für einen gestörten Boden.

 

Viele bedrohte heimische Arten wachsen gerade auf Magerstandorten sehr gut, ein Grund, warum Sie aus unseren überdüngten Feldern verschwinden. Wenn Sie Ihren Boden durch Schotter abmagern, werden gerade diese Pflanzen gute Wachstumsbedingungen haben und stickstoffliebende Wucherer werden es schwer haben.

 

Düngen ist im naturnahen Garten eher kontraproduktiv. Düngung brauchen allenfalls die Gemüsebeete, hier ist ein eigener Komposthaufen unersätzlich.

 

Kräuterkunde beim pflegen eines naturnahen Gartens

 

Sie sollten nach und nach die Kräuter kennenlernen, die sich in Ihrem Garten ansiedeln und selber entscheiden, was Sie als unerwünschtes Beikraut in Schach halten, oder welche Pflanzen Sie wegen Ihrer Schönheit gezielt bei der Aussat unterstützen.

 

Gewöhnen Sie sich doch an, nur das zu jäten, was Sie kennen. Sie werden viele neue Pflanzenschönheiten kennen lernen, die Sie früher meist als Unkraut vernichtet haben.

 

Wildblumenwiesen im Naturgarten pflegen

 

Wildblumenwiesen und Blumensäume werden nur 1-2 mal im Jahr gemäht.

Dabei nicht zu tief mähen, viele Pflanzen sind zweijährig und bilden im Jahr nach der Keimung nur Blattrosetten. Sie sollten nur so tief mähen, daß Sie diese nicht mit abschneiden.

 

Abgeblühte Blumenwiesen sollten Sie über den Winter stehen lassen. Lassen Sie sich nicht einreden, Verblühtes sei angeblich unansehnlich. Die Schönheit einer vertrockneten Blüte erschliesst sich erst bei näherem Hinsehen.

 

Ein abgeblühter Blumenbestand ist auch im Winter voller Leben: Schmetterlingspuppen überwintern an den Pflanzenstengeln, viele Insekten nutzen leere Samenstände oder hohle Stengel als Unterschlupf und Winterquartier, Pflanzen wie die Kornrade halten Ihre Samen bis zum Frühjahr und bieten Singvögeln im Winter Nahrung.

 

Einen Blumenrasen sollten Sie 4-6 mal im Jahr mähen.

 

Sträucher und Hecken werden naturnah geschnitten, das heißt man unterstützt den natürlichen Habitus der Pflanze und lichtet nur aus oder entfernt alte Triebe, wenn nötig. Hier gilt wahrlich der Spruch: Der gute Gärtner schneidet so, daß man den Schnitt nicht sieht.

 

Nach mehreren Jahren kann man bei vielen Sträuchern auch einen Verjüngungsschnitt machen und die Sträucher bis auf den Stock zurückschneiden. Die beste Zeit hierfür ist zwischen Oktober und März.

 

Blumenwiese Wildblumensaum: so schön kann Unkraut sein

Gartenpflege im Naturgarten kommt mit wenig Bewässerung aus

 

Heimische Sträucher und Wildblumen sind sehr gut an unser Klima angepasst und überstehen auch lange Trockenzeiten im Sommer ohne Bewässerung. Ein Bewässern ist in der Regel nicht nötig.

 

Man kann es nur immer wieder betonen: Oberstes Gebot im naturnahen Garten ist absoluter Verzicht auf Pestizide und andere naturfremde Chemikalien. Diese Gifte zerstören Lebensräume von Insekten nachhaltig, und damit auch die Grundlagen unserer Böden. Die langfristigen Wirkungen auf tieferlebende Bodenlebewesen sind heute kaum abschätzbar, zumal die Wechselwirkungen zwischen Insekten, Pilzen und Pflanzen kaum erforscht sind.

 

Im Naturgarten wollen wir Artenvielfalt fördern und nicht mutwillig und unachtsam vernichten.

 

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