Pflanzen Sie Tiere

Distelblüte Distelblüten sind ein Biotop für sich

 

Pflanzen und Tiere sind während einer langen Koevolution enge Bindungen und Abhängigkeiten untereinander eingegangen. Das ist auch der Grund, warum Artensterben in Flora und Fauna Hand in Hand gehen. Mit den entsprechenden Pflanzen im Garten werden Sie Tiere ganz gezielt anlocken.

 

Wer Unkraut stehen lässt, wird Überraschungen erleben

Distelfink Stieglitz labt sich an Distelsamen

 

Wer auch mal eine Distel im Garten stehen lässt, oder gezielt Karden aussät, wird vieleicht den erfüllenden Moment geniessen können, im Spätsommer ein paar Distelfinken im Garten zu beobachten. Auch auf langstieligen abgeblühten Wildblumen wie der Kornrade sieht man ihn noch im Winter die Samen rauspicken. Er behält halt gerne den Überblick beim Essen.

 

Die kleinste Blumenwiese ist 1 qm groß. Abgeblühte Blumenwiesen sind wertvoller Futterspender für unsere Wildvögel.

 

Der Hohlzahn ist ein anfangs unscheinbares Kraut, welches im Ziergarten meist als Unkraut entfernt wird. Er ist im Sommer sehr hübsch anzusehen und im Herbst kann man beobachten wie sich die ansonsten insektenfressende Weidenmeise die fetthaltigen Samen des Hohlzahns rauspickt und als Wintervorrat unter Baumborken bunkert.

 

Der Gemeine Hohlzahn (Galeopsis tetrahit) Der Gemeine Hohlzahn (Galeopsis tetrahit), hier in weiss, meist ist er jedoch rosa blühend

 

 

Weiden sind wahre Biotope, die von vielen Insekten und Vögeln genutzt werden. Im Frühling sind sie wertvolle Pollenspender für frühfliegende Wildbienen.

 

An den Blüten des Heilziests kann man im Sommer das Paarungstreiben der Wollbienen beobachten.

 

Wildrosen werden gern vom metallisch schimmernden und exotisch wirkenden Rosenkäfer besucht. Die Larven entwickeln sich jahrelang in Totholz, als Käfer sind Sie nur noch an der Fortpflanzung interessiert. Dazu trifft man sich dann gerne in der Wildrosenhecke.

 

Der Faulbaum dient dem Zitronenfalter, dem Faulbaumbläuling und Raupen von 26 weiteren Schmetterlingsarten als Futterquelle und ist beliebte Bienenweide.

 

Weinschwärmer suchen zur Eiablage Weidenröschen, Blutweiderich und Nachtkerzen auf.

 

Von der Eberesche ernähren sich etliche Vogelarten und auch viele Säugetiere. Selbst die ansonsten insektenfressende Mönchsgrasmücke nascht gerne an der Vogelbeere

Raupen und Falter brauchen oft unterschiedliche Futterpflanzen

 

Beim Pflanzen von nektar- und pollenspendenden Futterpflanzen sollte man beachten, daß Insekten in Ihren Entwicklungsstadien unterschiedliche Nahrungspflanzen brauchen. Der in den Gärten gerne gepflanzte Schmetterlingsflieder lockt zwar Schmetterlinge magisch an, doch dient er keiner bei uns bekannten Schmetterlingsraupe als Futterpflanze.

Keine Raupen - kein Schmetterling!

 

Wer den Schwalbenschwanz dauerhaft im Garten ansiedeln möchte, muss auch die passenden Futterpflanzen für deren Raupen bereitstellen und Rückzugsräume für die Überwinterung stehen lassen.

Die Raupe des Schwalbenschwanzes findet man häufig an Möhren, Dill oder Fenchel und überwintert als Puppe, seien Sie daher vorsichtig, was Sie im Herbst abschneiden.

Der Kleine Fuchs wie auch Tagpfauenaugen gehören zu den wenigen Schmetterlingen, die als Falter überwintern.

Man findet Sie im Winterschlaf oft in Schuppen, Garagen, Kellern und auf Dachböden.

Tagpfauenaugen, Admiral und der kleine Fuchs legen Ihre Eier bevorzugt auf Brennesseln ab. Die Raupen ernähren sich fast ausschliesslich von der Brennessel.

In Ihrem Naturgarten werden Sie Ihre ganz persönlichen Beobachtungen machen können und der Forschungsbedarf auf diesem Gebiet ist groß. Globales Artensterben führt wohl leider dazu, daß viele Wunder der Natur unentdeckt bleiben und ganz leise aussterben.

 

<<--

Ich unterstütze:

Druckversion Druckversion | Sitemap
copyright aller Bilder bei Marco Latschan, wenn nicht gesondert genannt